Schusswirkung und Geschwindigkeiten

Es ist für ein Jagdgeschoss unmöglich, in allen Situationen Bestleistungen zu erbringen. Die Geschwindigkeit beim Aufprall, die Platzierung des Treffers und die Konstruktion des Geschosses sind nur einige der vielen Faktoren, die das Ergebnis des Schusses beeinflussen können. Wir haben ein schematisches Diagramm verschiedener Geschosse und deren Verhalten bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten in ballistischer Gelatine erstellt. Wir hoffen, dass Ihnen dies dabei hilft, die richtigen Geschosse für die spezifischen Bedingungen und Anforderungen Ihrer jeweiligen Jagdunternehmung auszuwählen. 

Ist der Geschossmantel dünn – mit der Folge, dass das Geschoss leicht expandiert – dann ist die Wirkung gerade bei Lungenschüssen oft sehr gut. Würde das gleiche Geschoss einen starken Knochen treffen, bevor es die Lunge erreicht, so kann dieses Geschoss allzu stark expandieren und zerlegt sich, bevor es entsprechend tief eingedrungen ist und vitale Teile ausgeschaltet hat. Die Tiefenwirkung ist also nicht zufriedenstellend.

Würden wir hierfür ein Geschoss mit starkem, trägen Mantel einsetzen, nur um die Tiefenwirkung sicherzustellen, so kann die Schusswirkung bei reinen Lungentreffern unbefriedigend sein, weil die Geschossexpansion sich kaum entwickelt. Gerade hier muss man mit längeren Fluchtstrecken rechnen. Das große Eindringvermögen jedoch bewirkt auch bei Durchschüssen stärkerer Knochensubstanz die zuverlässige Ausschaltung vitaler Teile des Stückes.

 

Geschwindigkeit 500 m/s

Vulkan - Gewicht 180 gr Trotz seiner niedrigen Geschwindigkeit, auf die es nach etwa 320 m mit einem Kaliber .30-06 fällt, dehnt sich das Vulkan-Geschoss aus.

Oryx - Gewicht 180 gr Auch das Oryx dehnt sich aus, aber etwas weniger als das Vulkan.

Swift A-frame - Gewicht 180 gr Der schwere Mantel des Swift A-Frame hat verhindert, dass sich das Geschoss deutlich ausdehnt. Die Penetration ist jedoch sehr tief.

 

Geschwindigkeit 700 m/s

Vulkan - Gewicht 180 gr Bei dieser Geschwindigkeit, die es nach 140 m mit einem Kaliber .30-06 erreicht, hat sich das Vulkan-Geschoss wirklich ausgedehnt. Es ist aber auch klar, dass diese deutlichere Expansion zu einer deutlich geringeren Penetration führt.

Oryx -Gewicht 180 gr Deutliche Ausdehnung und gute Penetration des Verbundgeschosses, das an einer Zerlegung gehindert wird.

Swift A-frame -Gewicht 180 gr Tiefer, breiter Wundkanal.

 

Geschwindigkeit 900 m/s

Vulkan -Gewicht 180 gr Breiter initialer Wundkanal. Durch die schnelle Ausdehnung und den vergrößerten Durchmesser des Geschosses sowie die Tatsache, dass sich Mantel und Kern zu lösen begonnen haben, wird die Penetration jedoch schnell reduziert.

Oryx -Gewicht 180 gr Breiter initialer Wundkanal, aber dennoch gute Penetration. Der Grund dafür ist, dass sich Mantel und Kern nicht getrennt haben, was zu fast 100% Restgewicht führt.

Swift A-frame -Gewicht 180 gr Trotz der sehr hohen Eintrittsgeschwindigkeit hat das Geschoss fast 100% seines Gewichts gehalten. Der kleine Durchmesser der Aufpilzung ermöglicht ein tiefes Eindringen.